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Die Geschichte des Malinois
Zwingers "von
Löwenfels"
-aber
auch eine Geschichte des Malinois in Deutschland
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WIE
ALLES BEGANN
Ich
begann noch als Schüler 1973 mit dem Hundesport. Mein erster Hund war
schon ein belgischer Schäferhund, der Tervueren Rüde ZABOR VON
ESTONIA.
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SchH
I mit DINGO
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Nach zwei weiteren Tervueren Rüden LARON DES HAUTS DE BIEVRE
und DINGO VOM LUDWIGSBRUNNEN, die alle aus gesundheitlichen Gründen
nicht sehr alt wurden, entdeckte ich während einer Gebrauchshundevorführung anlässlich einer großen Ausstellung in
Paris die kurzhaarige Varietät des Belgischen Schäferhundes. Nachdem
schnell klar wurde, daß diese Hunde eigentlich charakterlich und
gesundheitlich nichts oder nur sehr wenig mit den langhaarigen
Varietäten zu tun hatten, kaufte ich 1977 meinen erste Malinois Welpen
D'JACK DU BOSCAILLE in Belgien.
Von
der Arbeit mit diesem Hund so begeistert gründete ich 1980 den
Malinois-Zwinger "von Löwenfels". Seit dieser Zeit ist es
mein Ziel, Gebrauchshunde mit bestmöglichen Eigenschaften zu züchten.
Die
Geschichte des Zwingers "von Löwenfels" ist eng mit der
Geschichte des Malinois in Deutschland verbunden. Es gab bis zu dieser
Zeit lediglich kaum Malinois-Würfe in Deutschland. Die unter dem Namen
"vom Bäckerstüble", von der "Malinois-Lodge"
und von der "Valleyer Höhe" gezüchteten Würfe waren eher
Zufallsprodukte und spielten keine Rolle in der damaligen deutschen
Gebrauchshunde Szene. Die Abstammung der Zwinger "vom
Bäckerstüble" und "von der Malinois Lodge" ging auf die Zucht
"Türenfels" aus dem Elsaß zurück, die zur damaligen Zeit
recht bekannt war und die im Wesentlichen auf den Rüden RUSKY meines
leider verstorbenen Freundes CHARLES SENGELIN zurückging. Die
bekanntesten Vertreter dieses Zwingers waren VICO und URGO DE
TÜRENFELS. Der
Zwinger "von der Valleyer Höhe" hatte eine Zuchthündin
"du Colombophile".
Die
erste Zuchthündin im Zwinger "von Löwenfels" war CRIS DU
BOSCAILLE. Eine sehr dunkle Hündin, die große und ausdrucksstarke
Nachkommen brachte. Leider hatten die meisten Nachkommen nicht die
erwünschten Gebrauchshundeeigenschaften. Sie waren zwar körperlich oft
sehr hart, doch die Triebvoraussetzungen für einen guten Arbeitshund
waren doch nur selten stark genug ausgeprägt. Diese Blutlinie lebt
heute nur noch im Schweizer Tervueren Zwinger "von der roten
Platte". CRIS hatte nach dem französischen Arbeitschampion OTHIS
DU DOMAINE DE MAISON NEUVE in meinem D-Wurf nur einen Rüden Welpen
gebracht, der zudem noch ein TERVUEREN war. DICK VON LÖWENFELS hatte
die erwünschten Gebrauchshundeeigenschaften in hohem Maße und machte
die SchH III mit seiner unerfahrenen Führerin mit über 290 Punkten.
Leider war der Körkommission des DEUTSCHEN KLUB FÜR BELGISCHE
SCHÄFERHUNDE sein Kopf zu kräftig, so daß er in Deutschland nicht zur
Zucht eingesetzt wurde. Er hatte eine wunderschöne dunkle Mahagonifarbe
und einen fast schwarzen Kopf. Seine Nachkommen in der Schweiz zeigen,
daß er sicher auch der Deutschen Tervueren-Zucht charakterlich
und gesundheitlich sehr gut getan hätte.
Die
zweite Zuchthündin war eine auf Ausstellungen in Belgien sehr
erfolgreiche Hündin: DUCHESSE DE LANCAUMONT. Sie war eine Tochter des
zweimaligen Weltsiegers QU'RACK DU BOIS D'EMBLISE, der auch an der
belgischen Siegerprüfung teilgenommen hatte. Diese Blutlinie brachte
zwar sehr schöne Hunde, die auch hervorragende Prüfungen machten, doch
letztendlich war für mich kein Nachkomme interessant genug, diese Linie
weiterzuführen.
Besonders
da die Nachkommen aus der dritten Zuchthündin, mit der ich angefangen
habe, meinen Vorstellungen sehr viel näher kamen.
Die
Zuchthündin ERIKA stammte aus dem belgischen Zwinger
"des Deux Pottois" von LUC VANSTEENBRUGGE, der zwar damals mit
seiner Zucht auch erst noch in den Kinderschuhen steckte, aber bereits
dabei war, die Blutlinie von ERIKA wieder aufzugeben. Er hatte einen
Rüden aus einer Blutlinie des NATIONAL VERBOND VAN BELGISCHE KYNOLOGEN
(NVBK) gesehen und praktisch über Nacht begonnen, seine Hunde
auszutauschen. Seine neuen Hunde waren weniger "nervös" wie
er es nannte (eigentlich meinte er Temperament), und hatten neben einer
guten Härte schwere volle Griffe.
Mich
persönlich erinnerten diese Hunde zu sehr an Deutsche Schäferhunde und
ich liebte doch gerade das überschäumende Temperament des
ursprünglichen Malinois.
Eine
der letzten Hündinnen, die LUC VANSTEENBRUGGE aus der alten Linie
verkaufte, war ERIKA. Für mich besonders wertvoll, da sie sehr eng auf
die von mir sehr begehrte Blutlinie "du Mouscronnais"
gezüchtet war. Der Züchter "du Mouscronnais" LEON
DESTAILLEUR war einer der herausragenden Pioniere der Malinois Zucht in
Frankreich, obwohl er Belgier war. Er lebte aber direkt an der Grenze
und zog es vor, in Frankreich mit seinen Hunden zu arbeiten. Über seine
Hunde und ERIKA bekam ich das Blut von FLAP in die Zucht. Kurios, das
der Zwinger "des Deux Pottois" einen seiner erfogreichsten
Würfe der Mischung der beiden Blutlinien verdankt. Eine ERIKA Tochter (FURY)
brachte mit G'VITOU genau die erwünschte Mischung aus Härte und
Temperament, die später aus den Inzuchten auf G'VITOU und seiner
Blutlinie nur sehr selten zu sehen war.
Die
für ihn "nervösen" Hunde hatten genau das Temperament, die
Schnelligkeit und Reflexe, die wir in Deutschland für unsere
Unterordnung und den Schutzdienst brauchten, und die eigentlich den
Malinois von jeher auszeichneten.
Der
Beginn der planmäßigen Malinois Zucht in Deutschland war sehr
schwierig. Im Gebrauchshundesportler Lager kannte keiner diese Rasse und
es wollte auch keiner so einen kleinen gelben Hund. Hyäne, Dingo waren
noch die harmlosesten Bezeichnungen.
Das
Hauptargument war, daß die Rasse zwar Temperament hätte, aber ob Sie die
Qualitäten auch noch hätten, wenn ein gestandener deutscher
Hundesportler so einen Hund bis zur SchH III führte, wurde entschieden
bezweifelt. Der Hinweis auf die Qualitäten dieser Rasse im benachbarten
Ausland wurde nur milde belächelt. Das in anderen Ländern
Gebrauchshundesport gemacht wird, der sich teilweise erheblich von
unserem unterscheidet, war nur wenigen bekannt.
Die
eiligst besorgten Videos aus Frankreich, Belgien und Holland waren zwar
spektakulär, doch die Unterordnung in der dort praktizierten
Ringprüfung wurde nur mitleidig belächelt. Der Hinweis, dass die Hunde
zwar nicht unbedingt militärisch korrekt bei Fuß gingen, aber
die Unterordnung im Schutzdienst doch weitaus schwierig sei, wurde mit
einer Handbewegung abgetan.
Die Erfolge meines ersten Malinois Rüden
D'JACK DU BOSCAILLE waren zwar nicht schlecht, doch waren seine
Qualitäten und mein damaliges Wissen nicht unbedingt ausreichend, auf
dem Treppchen einer Meisterschaft zu stehen. Er hat die SchH III mit
damals beachtlichen 291 Punkten gemacht und hatte bis zuletzt
regelmäßig zwischen 97 - 99 Punkten im Schutzdienst. Ein etwas zu
forscher Helfer, der auf einem Pokalkampf die Grenzen eines Exoten
aufzeigen wollte, beendete die Karriere von D'JACK bereits mit 4 Jahren.
Ein angebrochener Rückenwirbel machte ihn zum Frührentner. Er hat sein
Leben aber dennoch bis ins Alter von 15 Jahren genossen.
Gleichzeitig
mit dem Karriereende von D'JACK begann der Weg vom vermeintlichen
Spinner bis hin zum anerkannten Züchter einer konkurrenzfähigen
Gebrauchshunderasse. Ein langer und steiniger Weg. Ebenso wie der
Weg dieser Rasse selbst.
Erste Erfolge
Bereits
mit dem A_Wurf "von Löwenfels" begann, was sich bis ca.
1987 fortsetzen sollte. Die meisten Nachkommen meiner Würfe gingen die
ersten Jahre nach Frankreich.
Ich
hatte bereits seit 1977 engen Kontakt zu französischen Ring -
Hundeführern. Diese kannten die Blutlinien meiner Hündinnen, ich
benutzte ihre Rüden zum Decken, was lag näher, als das 70% der
Nachkommen nach Frankreich gingen.
Kurios
ist sicherlich, das zeitgleich mit GAYAL, der als erster Malinois 1987
als Deutscher Meister in Rheine auf dem Siegertreppchen stand, FICO VON
LÖWENFELS (99 Pkt. in C) mit seinem französischen Hundeführer MICHEL RIEHL FCI
Europameister wurde. Auf der gleichen Europameisterschaft wurde SOLANGE
HUG mit KIM VON LÖWNFELS (100 Pkt. in C) Vierte und LUCIEN TACAILLE
erreichte mit HASSAN VON LÖWENFELS (98 Pkt. in C) den 11. Platz.
Bevor
der erste Malinois "von Löwenfels" 1989 auf einer deutschen
Meisterschaft war, gab es zudem bereits französische und schweizer Meister
mit diesem Zwingernamen. Die bekanntesten Hunde im Ausland waren zu
dieser Zeit FICO, KIM, KAY und PHYRAX von Löwenfels.
In
Deutschland ging es dann aber Schlag auf Schlag.
1990
wurde der erste Malinois "von Löwenfels" Deutscher Meister
des DHV: IGOR VON LÖWENFELS mit seiner Hundeführerin MARY LOU BRAYMAN.
1992
gewann bei der Deutschen Meisterschaft des DHV in Herne GEORG
SCHRATZENSTALLER mit SAM VON LÖWENFELS
1993
gewann in Potsdam ANKE HÖPKEN mit ONIX VON LÖWENFELS den Titel,
GEORG SCHRATZENSTALLER wurde knapp geschlagen Zweiter..
1994
gewann in Heilbronn wieder GEORG SCHRATZENSTALLER mit SAM.
1993
waren 9 Malinois VON LÖWENFELS Teilnehmer der DM davon 3 Hunde
unter den ersten 5, 1994 waren es 11 Hunde, davon allein 5 LÖWENFELS
unter den ersten 7 Platzierten der Deutschen Meisterschaft.
wird fortgesetzt
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