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Entwicklung
vom Hirten- zum Schäferhund
In
vorbiblischer Zeit wurde oft ohne Hund gehütet. Mit
Ausdehnung der Weidegebiete in weitläufige,
unübersichtliche Gebirgsregionen wurde der Einfluß der
Beutegreifer größer.Die Nutzung und Besiedlung des
Hochgebirges war verbunden mit Haushunden die als wachssame,
verteidigungsbereite Herdenbeschützer. Später mußten
diese Hunde nicht nur Beutegreifer sondern auch menschliche
angreifer und Schafdiebe abwehren. Diese Hirtenhunde waren
starke Kämpfer, oft geschützt durch dichtes Haar .
Teilweise sollten kurz geschnittene ohren und ein umgekehrt
getragenes Stachelhalsband diese Hunde schützen. Genau so
habe ich es noch dieses Jahrzehnt in den Hochebenen
Anatoliens gesehen. Als Beispiel für diesen hundetyp sei
die tibetdogge genannt. Diese Hunde, meist an der Leine
geführt zum Schutz des herrschaftlichen wildes lernten dann
das Treiben der Tiere zur wasserstelle und neue weidegründe.
Je häufiger ein Weidewechsel notwendig war, desto
beweglicher und leichter mußte der Hund sein. Oft waren sie
von weißer Farbe, da sie so leichter von Raubwild zu
unterscheiden waren. Die starke Bevölkerungszunahme im
18.Jahrhundert, bedingte eine Intensivierung des Ackerbaus.
Zugleich kam durch die Bauernbefreiung zu mehr
Privateignern, und die Realteilung bedingte immer kleinere
Felder. Die zurückgedrängte Brache, der Verlust von
Hutungen durch neue Acker- und Futterpflanzen führte dazu
das die Schäfer die Hunde auf Feldwegen, und schmaler
werdenden abgeerneten oder mit Schaffutter eingesähten
feldern hüteten.. Für andere Tierarten setzte sich zu der
Zeit ganz die koppelhaltung durch. Die Zunahme des engen
Gehüts und der Verkehrswege zwangen die schäfer zur
Selektion von wendigen und intelligenten Hütehunden.. Auf
den schmalen grasbewachsenen Feldwegen, an deren Rändern
die Hauptfrucht wuchs mußten die Schafherden in die länge
gezogen werden.Dies ging am besten wenn der Schäfer an der
Herdenspitze ging und an jeder Seite die Hütehunde
schauten, daß die angebauten Hauptfrüchte ungeschoren
blieben. Auch mußten die Hunde dafür sorgen, das ohne
Probleme in einen Weg eingebogen werden konnte und daß kein
schaf zurückblieb.Diese langgezogene Herde erfordert
vom Hund Selbstständigkeit und gutwe Nerven, vor allem bei
Fahrzeugverkehr.unter diesem Einfluß der Haltungsumstände
entwickelten sich in den verschiedenen Ländern Europas, in
England früher als auf dem Kontinent, sehr ähnliche
Hütehundtypen.
Der
BSH ist ein bodenständiger Schäferhundeschlag der in 4
verschiedenen Varietäten vorkommt. Langhaarig sind der
schwarze Groenendael und der rotbraune Tervueren, rauhhaarig
der Laeken und kurzhaarig der Malinois.
Die
Geschichte der Reinzucht des BSH Ende des letzten
Jahrhunderts
Die
erste internationale Ausstellung in Belgien fand 1880
in Brüssel statt. Fast 1000 Hunde, vor allem Jagdhunde
waren gemeldet.Auch 7 kontinentale Schäferhunde waren
gemeldet: deutsche, französische, holländische und
belgische, jedoch gab es für diese noch keine genaue
Beschreibung (Standard). In der wöchentlichen Illustrierte
genannt „Chasse et Peche“( Jagd und Angeln), wurde 1889
festgestellt, daß die Engländer sind schon viel weiter
wären, da sie schon einen Standard für den Collie und
Bobtail hätten, während hier in Belgien viele
Schäferhunde seien, aber sich bis jetzt hat noch kein Klub
oder Kommission ihrer angenommen habe.Ende 1891 fanden sich
engagierte Schäferhundliebhaber in Brüssel zusammen, , die
die physischen und moralischen Qualitäten des einheimischen
Schäferhundes schätzen lernen wollten. In Folge wurde 1891
der Club du Chien de Berger Belge (Klub für BSH )
gegründet. Dieser Klub stellte sich unter die Schirmschaft
von der Societe Saint Hubert, welche sich später der FCI
anschloß, „Chasse et peche“ war das wöchentliche
Magazin .
117
Hunde aus der Gegend rund um Brüssel und der Provinz
Brabant kamen am 15.November 1891 in der Veterinärschule zu
Cureghem-Brüssel zusammen. Dies war die eigentliche
Geburtsstunde des belgische Schäferhundes als eigene
Hunderasse. M. Vanderrnickt , Hauptredakteur von „Chasse
et peche“ und Zoodirektor von Gent und Düsseldorf schrieb
folgendes: Es zeigte sich bei dieser Sichtung , daß
verschiedene Typen von belgischen Schäferhunden existieren.
Die durchschnittliche Höhe der Hunde beträgt 50-55 cm,
einzele Exemplare waren jedoch 62 cm groß.Die Farben und
Haarqualitäten sind verschieden , gemeinsam sind ihnen
hoch-angesetzte dreieckige Stehohren, braune Augen, breite
Stirn, feine Schnauze , gut entwickelte Backen, lange
Rute. Die Rassenenstehung des BSH, ist wie bei den meisten
anderen Rassen auch, eng mit dem Namen eines Names
verbunden: Professor Adolphe Reul (1849-1907) Er absolvierte
das tiermedizinstudium mit Prädikatsexamen und war Autor
mehrerer Hundebücher . Professeur Reul orientierte
sich bei der Einteilung des BSH an dem Collie, welcher
damals in 3 Varietäten lang-, kurz-, und rauhhaarig
beschrieben wurde, genauso wurde es beim BSH gemacht. Er
beschrieb die Rasse und arbeitete den Standard aus. Die
Farben varierten: es gab schwarze, rotbraune, graue und
gestromte Hunde. Interessanterweise waren in der belgischen
Population keine weißen Hunde, im Gegensatz zu den
Nachbarpopulationen (Beispiel: DSH-aus den weissen
Exemplaren wurde der Amerikanisch-Canadische
Schäferhund gezüchtet).
1898
versammelten sich die besten Exemplare der Rasse. 2 Familien
überzeugten am meisten: die Familie von Picard,
wunderschöne langhaarige schwarze Hunde im Besitz von Herrn
Rose in Groenendael und die Familie von Pouts, rotgoldenene
rauhhaarige Hunde im Besitz von Herrn Janssen zu Laeken. Bei
den Kurzhaarigen waren Samlo und Mouche bemerkenswert. Nach
diesem Treffen etablierte sich die Einteilung in 3
Varietäten. Es wurde angefragt die Hunde im Zuchtbuch der
Societe Royale Saint Hubert einzutragen. Im gleichen Jahr
wurden die schwarzen langhaarigen BSH als Groenendael
bezeichnet. Kurzfristig kam sogar die Frage auf, die
Kurzhaarigen zu verbieten, da es ihnen etwas an Stil fehlen
würde. Jedoch verteidigte M. Reul diese Varietät als
schöne Hunde , perfekte Ästheten , mit aufgeweckter
Intelligenz und einem bemerkeswerten Spürsinn . Während
dieser ersten Jahre war M. Reul der einzige Richter für BSH.
Herr Reul war ein eifriger Unterstützer der Inzucht. Er
meinte : Inzucht mit gesunden und charakterlich gefestigten
Verwandten gibt in der Tierzucht die bemerkenswertesten
Ergebnisse. 1901 zum zehnten Gründungsjahr des Klubs für
BSH wurden die ersten Preise bei den Kurzhaarigen von Tjop,
Vos (Vater des berühmten Dewet) und Cora I vergeben. Im
gleichen jahr wurden auch die ersten BSH ins belgische
Zuchtbuch des Saint-Hubert (LOSH) eingetragen. Der
eingetragene BSH ist der vorgenannte Vos, welcher im Jahr
1897 geworfen wurde und die Nummer 5847 bekam.
Dann
folgten Jahre des Streites. Hauptsächlich ging es um die
erlaubten Farben, denn 1899 wurde folgendes beschlossen. Der
langhaarige BSH ist schwarz, der kurzhaarige rotbraun mit
Charbonnage und Maske und der rauhhaarige ist grau. Der
langhaarig andersfarbene, der heutige Tervueren und der
rotbraune Rauhhaarige wurden ignoriert, dabei war die
Hauptpopulation des Laeken rotbraun, jedoch standen diese
Hunde im flämischen Sprachgebiet und ihre Besitzer konnnten
sich sprachlich nicht durchsetzen. Bei den Kurzhaarigen
wurden die gestromten, die schwarzen und die fahlroten und
isabellfarbenen verbannt. Hunde mit diesen Farben, vorher
mit Preisen überladen, verschwanden . Aber einer dieser
sehr fahlen Hunde ohne Charbonnage, Cora I (LOSH 6134) wurde
von Tomy gedeckt und führte zu 1899 zur Geburt von Tjop,
einem Hund der allen Erfordernissen des Klub für BSH
entsprach: Eleganz, wunderschöne rotbraune Farbe, gute
Charbonnage. Es folgte eine Zeit, in der sich neue
Belgierclubs gründeten. Um die Farben wurde weiter
erbittert gestritten. Einige Klubs erkannten die
langhaarigen rotbraunen (Tervueren) und die schwarzen
Kurzhaarigen, sowie die Rotbraunen an.
Die
Entstehung des Malinois im Besonderen
Diese
Geschichte ist mit dem Namen Louis Huyghebaert verbunden. Er
lebte von 1868-1952 und war Ehrenmitglied der Saint-Hubertus
Gesellschaft. Er war der Gründervater des Malinois und sein
ganzes Enthusiasmus galt vor allem der Unterordnug und dem
Fährten. Oft schrieb er in „Chasse et peche“ und er
brachte auch ein Buch über das Fährten heraus. Er
züchtete Malinois unter dem Name „ter Heide“ und war
ein Schönheits-und Arbeitsrichter. Sein Bruder Frantz war
Besitzer von Tjop. Louis fuhr oft mit dem Fahrrad
beruflicherweise über das Land. Er erzählt: ich finde
Gefallen beim Suchen der schönsten Schäferhundetypen in
der Nähe von Mechelen und im Norden der Provinz Antwerpen.
Es gibt einern Belgischen Schäferhundetyp mit kurzem
Haar, von Wolf-bis Fuchsgröße, mit einem rotbraun
gestromten Fell, die Ohren sind klein, hoch angesetzt,
Hängerute. Die Hunde sind sehr intelligant und haben ein
sehr gute Nase.
1898
wurde ein Klub für kurzhaarige BSH innerhalb des BSHklubs
in Malines gegründet. Die Mitglieder bevorzugten einen gut
ausgebildeten Hund. Primär hatte er Gebrauchshund zu
sein.Das Aussehen war nicht die Hauptsache, gesucht waren
talentierte hunde , welche gut gebaut waren und intelligent
und freundlich waren. 1903 wurde im botanischen Garten von
Mechelen (Malines), vom Club von Malines ein große
Ausstellung für Schäfer- und Zughunde organisiert, dem
sich eine große Arbeitsprüfung anschloß, die Wasserarbeit
ebenfalls beinhaltete. Sie wollten das die BSH ihre
Qualitäten: Intelligenz, Gehorsam und Zuverlässigkeit
zeigten. Den ersten Preis gewann Cora I, die Mutter von Tjop.
Zu dieser Zeit kam der Gedanke auf, welche neuen Arten von
Arbeitsprüfungen entwickelt werden sollten, um die alten
Herdengebrauchshundeprüfungen zu ersetzen, da in Belgien im
Gegensatz zu Schottland die Schafzahlen laufend abnahmen.
Die Folgerung daraus sei, daß der Schäferhund ein Haushund
und Reisegefährte werden sollte.Arbeitsprüfungen sollten
einfach zum Ziel haben die drei fundamentalen Merkmale des
Schäferhundes voranzubringen: Intelligenz, Gehorsam und
Zuverlässigkeit. Der Club von Malines brachte eine
Broschüre und Postkarten auf flämisch unter dem
Namen Mechelse Herdershonden heraus, auf französisch
Malinois. Da dieses Worzt so gefiel, wurde dies der Name
für den kurzhaarigen BSH. Um 1900 wurde durch Inzucht die
Maske beim Malinois gefestigt.
1899
gab die Stadt Gent die Erlaubnis , als Experiment 3 BSH als
Polizeihunde einzusetzen. Aufgrund der ermutigenden
Ergebnisse wurde die Zahl letztendlich auf 16 Hunde
aufgestockt.
Die
Stammeltern der Malinoiszucht, insbesondere Tjop und Dewet
Die
Stammeltern der Malinois-und Laekenzucht. Die Stammhunde Vos
(holländische Wort für Fuchs) und Liske de Laeken waren im
Besitz des Schäfers Janssen. Vos gewann 1892 den 3.preis
bei der letzten Schafhüteprüfung welche vom BSH-Club
organisiert wurde, da sie finanziell nicht tragbar war. Er
selber, ein gelber rauhhaariger Hund wurde der Stammvater
der Laeken.
Frantz
Huyghebaert, der Bruder von Louis war der Besitzer von Tjop
LOSH 6132 , einer der wichtigsten Hunden der Malinoiszucht
der Anfangszeit neben Dewet. Tjop wurde am 1.November 1899
geboren. Sein Vater Tomy war ein außergewöhnlicher
Wachhund. Sein Vater war Samlo. Seine Mutter Cora I
gewann 1903 den ersten Campagnepreis. Tjop war von
vorzüglicher Erscheinung, perfektem Knochenbau und
Winkelungen, von guter Farbe, aber ohne Maske, ein sehr
guter Arbeitshund, aber extrem nervös.Er hatte 57cm
Schulterhöhe. Sein Rücken war etwas lang, die Pfoten etwas
zu fein und er hatte etwas Rauhhaar auf der Kruppe.
Dewet
hatte Vos (auch Vos de Polders genannt) zum Vater und Mouche
als Mutter. Bei der Hundeausstellung in Brüssel 1902 wurde
der Hund wie folgt beschrieben: 60 cm groß, ein
bemerkenswerter Hund, gut gebaut mit vorzüglichem
Haarkleid, bemerkenswert guter Schulter und Brust. Gute
Rückenklinie und Kruppe, guter Kopf , fehlerlose
Rutenhaltung, kleine dreieckige Ohren, vorzügliche
Gesamterscheinung. Nur die Farbe ist etwas fahl.. Dieser
Fehler wird aber durch die sehr gute Maske und die Schultern
ausgeglichen.
Beide
Hunde Tjop und Dewet waren recht verschieden, aber wir
finden ihre Namen in eigentlich jeder Malinoisahnentafel.,
so das man behaupten kann diese Urväter unserer heutigen
Hunde zu kennen, heißt den Ursprung unserer Hunde zu
kennen. Auf der Vorfahrentafel finden sich auch Laeken.
Snap-Ein
wichtiger Rüde für die Gebrauchshundezucht:
Snap
wurde als Fram de Jolimont 1917 geboren. Sein Besitzer
trainierte diesen intelligenten Hund sehr gut, da er anfangs
als sehr agressiver und bissiger Charakter galt. Er erbte
diesen bissigen Charakter von seinem Großvater
väterlicherseits Sips ter Heide aus dem Zwinger von Louis
Huyghebaert. Snap war nicht nur ein Ass im Ringsport ,
ebenso in der Feldarbeit (Campagnearbeit) die zusätzlich
Wasser- und Fährtenarbeit beinhaltete. 1925 wurde er
Arbeitschampion. Er war ein Abeitshund mit
außergewöhnlichen Qualitäten und sehr gut im Verteidigen
und Bewachen. Auch als Ausstellungshund stand er vorne. In
den Zwanziger Jahren war er ein sehr bedeutender Deckrüde.
Er war Vater vieler berühmter Arbeitsmalinois wie Sam du
Thiriau, der zweiter beim großen Preis von Belgien 1926
wurde.Ein weiterer Sohn: Killer war Arbeitschampion 1924 und
Fährtenhundchampion 1928 wurde seine Tochter von Mascotte
du Tigre Royal.
Der
kurzhaarige BSH, nicht Malinois
Beim
ersten BSH-treffen waren auch einige kurzhaarige Hunde mit
schwarzen Fell dabei. Es hieß etwa auf jeden 20. Rotbraunen
kurzhaarigen BSH käme ein schwarzer kurzhaariger BSH. Oft
waren sie aus der Verbindung Groenendael und Malinois.
Anatomisch waren sie gleich gebaut wie der Malinois nur
hatten sie oft kürzeres Haar. Der kurzhaarige schwarze BSH
wurde 1929 anerkannt.
Lockerung
der starren Zuchtbestimmungen
Nach
den Kriegen wurde jeweils die strengen Zuchtbestimmungen,
das einzelne Varietäten und Farben nicht gekreuzt werden
durften , aufgehoben. So durften 1920 Hunde gleicher
Haarart, aber verschiedener Farbe gekreuzt werden. Zwischen
den Haararten durften Malinois und Laeken verpaart werden.
Nach 1945durften Malinois mit Laeken aber auch mit Tervueren
verpaart werden, ebenso alle Farben bei den Kurzhaarigen,
sowie alle Langhaarigen ohne Rücksicht auf die Farbe. Noch
1978 wurden die Farben des wie folgt definiert: rot,schwarz,
gestromt und die gesamte Skala von rot bis grau bis schwarz.
1989 kam es zu folgender Standardänderung:beim Malinois nur
rot, mit schwarzem Anflug und schwarzer Maske. Das heißt
der schwarze Malinois, der hin und wieder einmal in einem
Wurf fällt, ist nicht mehr anerkannt.
Die
erste genaue Beschreibung des BSH in deutscher Sprache
Sie
findet sich im Buch von v. Stephanitz, er beschäfigt sich
schon speziell mit dem Malinois. Nachfolgend Auszüge aus
dem Buch: Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild von
Rittmeister v. Stephanitz; 7. Auflage, nach 1921
„In
Belgien entspricht der Landschlag selbstredend auch dem
unsrigen. Schäferhunde sind dort sehr stark vertreten, im
Verhältnis vielleicht noch stärker als in Deutschland;
außerdem die oben erwähnten rauhhaarigen Treibhunde
(Bouviers). Bei Vieh sah ich schon 1915 Hunde in Belgien
nicht, woran aber der Krieg Schuld tragen
mochte.Überwiegend wird auch Großvieh gehalten, das auf
den fetten eingezäunten Koppeln und dort gegen einen
vorübergehenden Hund sofort angeht. Diese Erfahrung mußte
ich wenigstens in Westflandern fast täglich mit dem mich
begleitenden Diensthunde meiner Kommandatur machen. In der
Wallonei, südlich der Maas, durch die mich des Krieges
böser Abschluß führte, waren die Hunde durchweg schon
für das Meldehundwesen beschlagnahmt, meine Quartierwirte
sprachen meinen Schäferhund aber sofort als solchen an. In
Westflandern fand ich im ersten Kriegsjahr den Schäferhund
noch überall als Hofwächter vor, fast jeder Bauernhof hat
dort für ihn die bienenkorbartig gemauerte Hundehütte. In
den Städten überwog dort der kurzstockhaarige, in der
Brüsseler Gegend dagegen anscheinend der schwarze
langstockhaarige Schlag; dort trugen die Hunde auch alle den
berüchtigten belgischen Schulmaulkorb, eine geschlossene
derbe Lederhülle in Gestalt eines großen Knobelbechers mit
kleinem Ausschnitt für die Nasenkuppe. Sehr viel wurden die
Hunde zum Ziehen verwendet, man konnte sie in der
manigfachsten Bespannung und Zusammenstellung sehen. Selbst
vor und neben einem Krankenstuhl sah ich Hunde zum Ziehen
angespannt. Einspänner sah ich nicht, Zweispänner bilden
die Regel, Schäferhunde sind oft mit den rauhhaarigen
Treibhunden zusammmengespannt; im nicht seltenen Dreigespann
geht der stärkere Bouvier in der Mitte. Bisweilen sind die
Hunde nicht vor, sondern unter dem Wagenangespannt, manchmal
auch ein bis zwei Hunde vor, einer unter dem Wagen; ja
selbst vorm Wagen in der Gabel ein kleines leichtes Pferd,
unterm Wagenkasten ein kräftiger Hund. Die halb-und
ganzwüchsigen Kutscher hockten oft auf demleichten
Wägelchen auf, machten sogar Wettfahrten mit den Zügen,
die freilich nur in der 30-km-Geschwindigkeit fuhren. Der
Landschlag in Flandern war meist recht kräftig, von gutem
Schäferhundausdruck; in Haar und Farbe selten rein, d.h.
nach den Rassezeichen der Liebhaberzüchter, oft auch mit
Stummelrute, wohl eine Folge von Bouvier-Einkreuzung. Die
schwarzen Langstockhaarigen kmmen in den Ausmessungen
unseren Hunden mittlerer Größe noch ziemlich nahe, wobei
allerdings die Behaarung ein Mehr an Größe und Gestalt
vortäuscht. Die Hunde der anderen Haarschläge, namentlich
die Kurzstockhaarigen, sind erheblich kleiner und
knochenschwächer als unsere Stockhaarigen, wobei ich
durchaus nicht die Durchschnittsmaße der heutigen
Liebhaberzucht im Auge habe. Dies Größenverhältnis
zwischen deutschen und belgischen Schäferhunden beleuchtet
recht gut das vorstehende Bild. Zu beanstanden wären an
diesen Hunden der belgischen Liebhaberzucht vom
Gebrauchsstandpunkt aus namentlich die feinen Laufknochen
und der leichte Kopf mit dem zu schwachen Fang; das Gangwerk
war, dem leichten Gebäude entsprechend, meist federnd, aber
nicht immer fördernd. Die Belgier sind eifrige und
geschickte Züchter, lassen aber bei der Liebhaberzucht des
Schäferhundes Gebrauchsrücksichten ganz außer achtund
legen nur auf nebensächliche Äußerlichkeiten wert.
Kopfschnitt, Ohren- und Rutenhaltung, Haar und vor allem
Farbe gelten ihnen alles; was in Haar und Farbe nicht genau
den von einem der vielen Zuchtvereinchen für die Rasse
aufgestellten Rassezeichen entspricht, gilt als nicht „rasserein“.
Die Folgen der notwendigerweise immer schärfer werdenen
Inzüchtung werden daher nicht ausbleiben, weil eine
Blutauffrischung durch Hunde vom Landschlag bei so eng
gefaßten Begriffen unmöglich ist. Aus den ursprünglich
drei Haarschlägenhat die Liebhaberzucht erst noch reine
Farbenschläge und dann in der unstillbaren Sucht nach
trennenden Äußerlichkeiten jetzt gar sechs voneinander
geschiedene Schläge gemacht.
Aus
den Ortsbezeichnungen der verschiedenen „anerkannten“
Schläge geht schon hervor, daß sie alle in einem
begrenzten Liebhaberkreis gewachsen sind: Mecheln, Laeken,
Tervueren, Groenendael liegen alle in der nächsten Nähe
von Brüssel
Im
übrigen entsprechen die Rassezeichen den unsrigen; die
Schulterhöhe wird mir 55 cm im Mittel angegeben. Hunde mit
Stummelrute und solche , deren Ohren nicht feststehen,
werden ebensowenig anerkannt wie die in den Farben
abweichenden oder in der Behaarung unreinen.
Langstockhaarige Schäferhunde wurden um die
Jahrhundertwende zuerst in Gent in den Polizeidienst
gestellt; die Dienstverwendung hat sich aber auf den reinen
Sicherheitsdienst beschränkt, hat weder die Ausbreitung
noch den hohen Stand errreicht, wie bei uns. Auch die
belgischen Liebhaber haben sich nach deutschem Beispiel dem
Abrichten ihrer Hunde zugewandt. Sie sind ebenso geschickte
Abrichter wie Züchter, legen aber auch hierbei, wie nun
einmal ihre Veranlagung ist, auf nebensächliche
Äußerlichkeiten, Spielereien und Zirkusmätzchen den
Hauptwert. Sie erzielen z.B. hoch anerkennenswerte, für den
Gebrauch aber kaum in Betracht kommende Sprungleistungen,
befassen sich aber gar nicht oder doch nur in nicht ernst zu
nehmender Weise, mit der Nasenarbeit. Bei der großen
Beliebheit des bodenständigen Schlages ist nicht
verwunderlich, daß unser Schäferhund vorm Kriege in
Belgien verhältnismäßig nur selten zu finden war und
keine eigene Vertretung hatte
(Gedanke:
heute Sprungleistung bei Ringprüfungen am Rande zur
Tierquälerei; ich sehe Aufkommen als das Problem;aber
Schutz vor HD/Ellbogendysplasiekomplex, da Hauptdeckrrüden
aus Wettkampflinien selektiert werden, diesen Gedanke konnte
Stepanitz damals noch nicht erfassen)
Geschichte
der Ringprüfungen in Belgien vor I.WK bis jetzt
Keine
Andere Rasse als die des BSH gewann jemals eine der 3
wichtigsten Meisterschaften im Ringsport welche in Belgien
organsiert werden. Niemals gewann ein DSH, ein Dobermann
oder andere Rassen. 1913 wurde die erste Meisterschaft im
belgischen Ringsport ausgetragen.
Diese
wurde vom Belgischen Kennel Club (KCB) organisiert.Der erste
Sieger war der Groenendale Jules du Moulin (LOB 2884).
Zweiter wurde ebenfalls ein Groenendael und dritter ein
Tervueren. Den vierten Platz holte ein Malinois Tom des
Crosnes. 1914 gewann Jules die Meisterschaft nochmals. Sein
Hundeführer war Joseph Couplet der 1908 ein Standardbuch
mit dem Titel: „Wach-, Verteidigungs- und Polizeihund“
herausgab, das oftmals verlegt wurde. Er half mit bei der
Entwicklung des belgischen Ringsports. Er er war
Vizepräsident des Belgischen Schäferhundeclubs und wurde
später Vorsitzender des Kennelclubs.
Seit
dem ersten Weltkrieg bis jetzt gewannen nur Malinois den
Titel bis auf 2 Ausnahmen , 1927 und 1960/61 als Laeken den
Titel holten. Das beste Ergebnis eines Nichtbelgiers auf der
Meisterschaft war der 2.Platz eines Bouviers de Flandres
1950.Es gab mehrere Hunde die mehr als dreimal den Titel
holten . So Snap van den Leeuw in den dreißiger Jahren,
Jack de Beka in den Endvierzigern, Torro van’t Rolushof in
den Sechzigern, Rex van de Welkom in den Endsechzigern und
schließlich Alk mit 5 Siegen in den Siebzigern.
1926
wurden die erste Meisterschaft unter dm Namen „Großer
Preis von Belgien“im belgischen Ruingsport von der Societe
Royale Saint-Hubert (SRSH) organisiert.Der erste Gewinner
war die Malinoishündin Sadi , der zweite Samox. Beide
hatten Papiere des Kennelclubs, welche nicht anerkannt
wurden und welche unter einem anderem Namen im Zuchtbuch des
Saint-Hubert registriert wurden. Seit damals wurde der
große Preis immer von Malinois gewonnen, bis auf zwei
Ausnahmen 1929 mußte sich ein Malinois den Titel mit einem
Groenendael teilen und 1952 gewann der Tervueren Xavier, der
Malinoiseltern hatte.
Das
beste Ergebnis von Nichtbelgiern waren zweite Preise 1935
für einen DSH und 1952 von einem Bouvier de Flandres. Zwei
Hunde gewannen den Titel mehr als viermal: Metteko (ALSH
21704) in den Siebzigern und Clip (LOSH 412720) in den
Achtzigern.
Meisterschaft
vom nationaal Verbond der Belgische Kynologen (NVBK) .
1963,
nach einem vorhergehenden Streit unter anderem über
Ringregeln, entschieden sich die Antwerpener unabhängig zu
werden und spalteten sich vom SRSH ab und bildeten einen
Dissidenzverein. Viele Arbeitsclubs die im Ringsport
arbeiteten schlossen sich an , ebenso sehr berühmte
Hundeführer. Kiener (LOSH 197867) gewann 1963 noch den
großen Preis von Belgien beim Saint-Hubert um dann beim
NVBK zu starten, wo er dreimal den Titel gewann. Kiener war
sehr talentiert und extrem intelligent. Aber auch zu groß,
das brachte ihm Rückenprobleme ein, auch hatte er sehr
große Ohren. Kiener war über seine Mutter Criquette LOSH
166749 Enkel von dem legendären und berühmten Sirol. Sirol
hat großen Einfluß auf die heutigen Gebrauchshundelinien.
Über Carak und Notter wurde mit Xjelaba und vor allem
seinem Sohn Othar Noaillerie seine Blutlinie in Frankreich
eingeführt. Ebenso über Cibo Meulderhof und dessen Sohn
Ultra Domaine Caméléon. Weiter zählt zu seinen Nachfahren
Sandor des Foudriots und vor allem Cartouche. Seine
Nachkommen Ivan, Horsy Deux Pottois , Athos und vor allem G’Bibber
haben große Einfluß auf die Zucht.
M.
Varlet hat den sehr interessanten Gedanken das diese
Vielfalt von Vereinigungen und Klubs mit jeweils
verschiedenen Ringprüfungen eine Chance für den Malinois.
Es erlaubt Arbeitshunde aus gänzlich verschiedenen
Zuchtlinien zu sehen, welche in verschieden Prüfungstypen
getestet werden.
Die
wichtigsten Malinoisgebrauchshundezwinger
Nach
dem I.W waren die wichtigsten Arbeitsmalioiszwinger im
Kennelclub „du Thiriau“ mit den Champions Djeck
und Sam „du Rupel“ (Champions Flup, Jimmy und
Margot). Nach dem II.WK waren die Zwinger „Van de Reep und
„Van de Welkom“ am Wichtigsten. Aus dem letzten Zwinger
kam Flap alias Blackie Van de Welkom, der die Basis für die
französische und Schweizer Arbeitsmalinoiszucht darstellte.
Die großen Zwinger im Saint-Hubert : Zwischen den WK waren
„des Hallattes“ „du Forgeron“ mit den Champions
Abello und Benny und „de Grand Rabot“ mit den Champions
César und Ecapi. Nach dem II.WK waren die Zwinger „Fraternité“
mit den Champions Tibi, Rex und Rachid und „van de
Molenbeek“ mit den Champions Snap, Varak, Vabil,
Sito,Gary,und Eros. Wichtig auch der Zwinger„van de Oewa’s“
mit den Söhnen und Champions Carack und Cabil und Hab.
Unter den neueren Zwingern sind zu erwähnen: „Deux
Pottois“, von Herrn Luc Van Steenbrugge, in dessen Besitz
G’Bibber war, der Belgischer Ringchampion 1987 wurde.
Heute sind die Zwinger „du Boscaille“ und „Hantjeshook“
und „Moulin Tombroeck“ von Bedeutung.
Frankreich
Nach
dem Krieg ist M.Poix zu erwähnen, der den Zwinger „du
Bois d’Emblise“ hatte. Er verfügte über sehr gute
Kontakte zum belgischen Kennelclub, weshalb der berühmte
Flap zum Zuchteinsatz kam. Nach 1965 rückte ein belgischer
Züchter, Herr Léon Destailleur, den Malinois in das
Hundesportmilieu. Er wohnte im belgisch-französischen
Grenzgebiet und züchtete unter dem Namen „du Mouscronnais“.
Genetische Selektion und eine verbesserte Ausbildung führte
zu Hunden wie Quacha Mouscronnais, der das französische
Championnat 1972 gewann. Der Hund nahm insgesamt 6mal
am französischen Ringchampionnat teil. Wichtig war in den
Siebziger Jahren der Zwinger „de Ventadour“, ein Zwinger
der drei Arbeitschampions von vorzüglichem Äußerem
hervorbrachte: Tzar, Utha und Teddy. Zu gleichen Zeit war
der Elsässer Zwinger „du Turenfels“ mit den Champion
Vico und Urgo ganz oben in der Leistung, er brachte die
Blutlinie von Rusky in die französische Zucht. Ein
späterer Schönheitszwinger war Anfangs der Siebziger auch
mit 2 Arbeitschampions (Nelko und Urf) dabei, und zwar
der Zwinger „du Mas des Lavandes“, der heutigen
Presidentin des französischen Clubs, die Hunde hatten aber
bei weiten nicht den Einfluß auf die spätere
Arbeitsmalinoiszucht wie die vorgenannten drei Zwinger. Flap
alias Blackie von Welkom, ein sehr schneller, sehr
temperamentvoller Hund kam stark durch seine Kinder Léopar
–Léobaro und Nerk,Norban, Nesi und Nesina v. Greenstraat
in die Zucht. Léopars Tochter Orane Ventadour wurde mit dem
Nerksohn Quacha Mouscronnais verpaart. Aus Hündinnen dieser
Verbindung entstanden 3 sehr berühmte Zwinger und zwar „Fontaine
du Buis“ mit der Ringchampionhündin Utha Ventadour, „du
Domaine Caméléon“ mit Wurfschwester Ulla und
schließlich die dritte im Bunde: Uranie mit der im
Noailleriezwinger gezüchtet wurde. Hunde aus der Flaplinie
waren sehr schnell und temperamentvoll, und sehr schön. Oft
jedoch sehr führersensibel. Später wurde in diese Linie
das Blut von Sirolnachkommen gekreuzt. Diese Hunde hatten
einen sehr starkes Wesen, vollen Griff. Zum erstenmal wurde
dieses Blut mit Xjelaba eingeführt, sein berühmtester Sohn
war Othar Noaillerie der 1981-84 Championatssieger im
Französischen Ring wurde. Heute sind berühmte Zwinger: Des
Loups Mutins, Cami Catheric, Creux Thatcher, Loups Mackenzie
und weitere. Später wurde NVBK-Blut über Cibo Meulderhof
mit seinem berühmten Sohn Ultra Domaine Caméléon und
sowie Nardo, genannt Rocky eingeführt .Auch wurden
verstärkt Hunde aus dem Deux Pottoiszwinger importiert:
z.B. Itusk und Ivan . In letzter Zeit sind bekannte Hunde
und Vererber Robin Fontaine Buis, Voltaire,Cheyenne Loups
Mutins, Dusty Clos Savoie und G’Bang Virginie.
Schweiz
Der
berühmte Zwinger Colombophile fing mit Tervueren an,
wechselte dann auf Malinois. Erst war der Zwinger mehr
schönheitsbetont, aber die Hunde waren auch damals immer
in SchH III geführt. Erste große Erfolge auf
Meisterschaften folgten. Nach dem Tod von Herrn Belet,
übernahm seine Frau den Zwinger, und stellte die
Gebrauchshundezucht in den Vordergrund. Dieses Jahr wurde
Nelson Weltsieger in IPO III. Auch entstanden neue Zuchten
Bsp: Vigna Secca, u.a.
Holland:
Die
wichtigsten holländischen Blutlinien bauen auf SIROL und
seinen Bruder STOUD auf. CABIL, CARRAK, und CRIQUETTE, sowie
KIENER stammten aus dieser Blutlinie. Viel Schnelligkeit,
aber auch eine gewisse Schärfe kam über GLADDY van de
Purpere Heide von Jeff Vandenbroek in die Zucht.
Österreich
Es
began mit dem Import von Löwenfelshunden. Auch hier
behauptete sich der Malinois immer mehr auf Prüfungen.
Später wurden Hunde aus dem Zwinger Deux Pottois
importiert, so im Zwinger „siefeler Berg“, der auch
französische Linien hat und vor allem im derzeit
einflußreichsten Zwinger „le Bosseur“
Deutschland
Der
erste eingetragener Malinois war Ruka aus Murky und Prisca
von Turenfels. Geboren wurde sie 1968 und wurde in
SchH III geführt. Von dieser Hündin besitze ich leider
kein Bild, aber einen Richterbericht von der Ausstellung in
Colmar 1972, an der eine Sonderschau für BSH angegliedert
war. Die Richterin war Mme Deygas aus
Frankreich-Gebrauchshundeklasse: Vorzüglich 1-Ruka: Große
Hündin mit kompletten Scherengebiß. Gutes Haarkleid,
rotbraun mit Charbonnage, flötenformiger Kopf, die Ohren
sind zu lang, aber gut getragen, der Jochbeinbogen ist etwas
zu stark betont. Guter Körperbau, gute Gliedmassen und gute
Rute. Guter Ausdruck. Der Besitzer war recht engagiert und
holte den Presidenten des französischen Klubs M. Wasels als
Richter zur ersten deutschen Spezialzuchtschau. Der erste
Malinoiswurf in Deutschland fiel mit dieser Hündin nach dem
berühmten Arbeitsrüden Rusky am 10.1.71. Es waren 4/2
Welpen im Zwinger von der Malinoislodge Abbildung 52, Anja
Malinoislodge. Dann wurde die Hündin verkauft, es folgte
1974 der B-Wurf vom Bäckerstüble und eine Hitze dannach
1975 der C-Wurf. Bei beiden Würfen war Urgo de Turenfels
Abbildung 53 (Wiederholung von Abbildung 38), ein berühmter
Ring III-finalist der Vater. Die Welpen wurden fast alle
nach Frankreich verkauft. Einfluß auf die deutsche Zucht
haben sie bis heute und zwar auf die deutsche Tervuerenzucht
über den Bessie , welche Ring C (alte Bezeichnung für Ring
III) hatte und im Zwinger King Lorraine stand. Ihr Nachkomme
Pop Compagnons Vie ,ein Tervuerenrüde mit Ring III hatte
mehrere Würfe in Deutschland.
Aber
in Deutschland wurde diese Linie nicht weiterverfolgt. Es
folgt die Episode Nasser: mit der Zucht v.d. Valleyer Höhe
aus einer Colombophilehündin. Herr Nasser importierte die
erwachsene Hündin Etoile du Colombophile und ließ sie von
einem Colombophilerüden decken, der Wurf fiel 1976. Die
Hündinnen wurden öfters ausgestellt . Der Rüde Andre
wurde in die Schweiz verkauft . Seine Tochter Bessie
Firedancer Kennel wurde Mutter des Jugendsieger DM Bjelo
Stutengarten. Dann wurde der Rüde Molosse Abbildung
55 importiert. Dieser Hund machte 50 mal die SchH III und
war aus reinen Mouscronnaislinien. 1980 fiel dann bei seinem
Besitzer im Zwinger Sonnenstück der A-Wurf nach der
französischen Importhündin Naja Bois Muguet. Eine Hündin
aus dem Wurf Anja hatte 1982 einen Wurf nach der einzigen
Deckung von dem SchH III-Rüden D’Jack Boscaille der im
Besitz von Herrn Peter Engel war. Aus diesem Wurf wurde
Basti von der Hirtenfreude bekannt, die VDH-Champion wurde
und Zuchthündin im Zwinger Tettenbacher Schäferhof
war.
Nun
kommt eine ganz große Zäsur in der deutschen Malinoiszucht.
Diese
ist eins mit dem Namen Peter Engel. Dieser hatte mit
langhaarigen belgischen Schäferhunden angefangen. Leider
hatte er bei seinen Tervueren mit Gesundheitsproblemen und
zu kämpfen und die Ausbildung der Hunde war nicht einfach.
Bei einer Fahrt zum Decken, anläßlich der franz.
Spezialzuchtschau, sah er eine Vorführung des
französischen Ringsports . Der Malinoisrüde, den er dort
sah war der franz. Arbeitschampion Tzar Ventadour. Er
begeisterte sich für den Malinois und diese andere Art von
Schutzhundsport. Es folgte der Import von 3 erwachsenen
Hündinnen und eines Rüden Duchesse Lancaumont, noch
schönheitsbetont, Chris Boscaille, und die wichtigste
Hündin für die deutsche Zucht Erika deux Pottois. Am
1.10.81 fiel im Zwinger von Löwenfels der erste Wurf aus
Chris Boscaille , die noch in ihrem vorherigen Zwinger von
Cadix Boscaille gedeckt worden war. Am Anfang war noch eine
starke französische Blutführung über die Deckrüden, so
z.B. Vicquy Faubourg Postes-Othis Maison Neuve. Damals hatte
Peter Engel noch Interesse an resessive Langhaarlinien ,
d.h. Tervueren aus Malinoiseltern so z.B. Dick-Jago,
Jury-Stammmutter der Arbeitstervueren von der Roten Platte.
Leider, als Tervuerenfreund muß ich das sagen, ist er von
diesen Linien abgegangen. Damals war die Entwicklung ihrer
Zeit vorraus-heute gibt es viele solche Zuchten:
Virlevent-Silver Rail-Musher-Siefelerberg die mit
Arbeitstervueren aus Malinois züchten. Probleme mit dem
damaligen Klub dem DKBS, der kein Interesse am Hundesport
hatten, folgten. Es konnte kein Konzept über eine
Generation hinaus entwickelt werden. Dies führte zur
Bildung des DMC. Erst erfolgte die Eintragung der Welpen ins
VDH-Zuchtbuch, dann in das eigene DMC-Zuchtbuch. Peter Engel
und weitere importierten nun viele Deux Pottoishunde. Nun
war die Zeit der belgischen Deckrüden, die alle
Legende sind: G’Vitou Abbildung 60-Haddock-Eik/ dann
folgte von G’Bibber und seine Söhnen, später wurden
holländische Linien über Sorba Hoveld in die deutsche
Zucht eingeführt. Anfangs wurden die Löwenfelshunde viel
nach Frankreich verkauft, am bekanntesten wurde der
Europasieger und franz. Arbeitschampion Fico Löwenfels.
Anfang
der Achtziger entstand 1983 der Zwinger von der Wirthsmühle
mit der französischen Importhündin Sarah Compagnons Vie.
1984 begann der Zwinger von Kronenbühl mit einer
unerlaubten Mischpaarung seines uralten Tervuerenrüden
Boris von Hassenstein mit der belgischen Importhündin Gene
Deux Pottois. Wichtig war dann der B-Wurf von Gene mit
Haddock Deux Pottois mit Basti, Finalistin der franz.
Meisterschaft in IPO III und Zuchthündin sowie Boris der
1991 am französischen Selectif im Ring teilnahm. Langsam
entstanden Nachfolgezuchten aus den vorhandenen
Löwenfelshunden: der wichtigste war der Zwinger vom Roten
Falken, leider ist der Züchter verstorben, aber der Zwinger
steht derzeit im Zenit des Leistungssports. Weiter
entstanden Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger folgende
Zuchten: Von der Wautz, des Teutonnes, Breuker Heide, Bonum
bono, Airport Hannover, Schneller Fuchs, Forsthaus
Augustdorf, von den bösen Buben um einige wichtige zu
nennen. Auch in den neuen Bundesländern entwickelten sich
Zuchten: Greifenring, Ihleburg und Haus Penz, sowie
andere.
Zwei
wichtige Hunde formten die deutsche Malinoispopulation:die
2 gekörten Rüden: Oskar Löwenfels und Koloss Deux Pottois
. Lange Jahre bestimmten diese zwei Hunde deutlich die
deutsche Zucht.
1986
nahm zum erstenmal ein Malinois bei der DM teil, es handelte
sich um Gayal Deux Pottois. Ein Jahr später starteten schon
3 Hunde, Gayal und Harro Deux Pottois und Duc. Gayal wurde
dabei deutscher Meister. In den folgenden Jahren starten
meistens 3 Malinois . 1990 wiederholte sich der
Erfolg. Igor Löwenfels in amerikanischen Besitz wurde
deutscher Meister und Bjelo Stutengarten, deutscher .1991
waren dann schon 12 Hunde gemeldet, davon 5 aus dem Zwinger
von Löwenfels. 1992 waren DM und Vizemeister aus deutscher
Malinoiszucht. Es handelte sich um Sam Löwenfels und
Alpha Lehrbacher Schloß. Ein Jahr später waren wieder mehr
Malinois gemeldet, 19 Stück dabei wurde Platz 1 bis 4 wurde
von ihnen gewonnen. 1993 wurde Onix Löwenfels DM und
Sam Löwenfels Vizemeister. Ein Jahr darauf war wieder Sam
DM. 1995 gewann zum erstenmal eine Malinoishündin Zahra
Löwenfels.1996 gewann seit langer Zeit einmal wieder ein
DSH.1997 gewann Emir Teutonnes vor Atra Wautz.
Inzwischen sind die Malinois die zahlenmäßig am stärksten
vertretene Hunderasse auf der deutschen Meisterschaft.1998
und 1999 gewann Klemm roten Falken,1999 wurde der
amerikanische Rüde Shane of Vitosha Vizemeister.
Weiterer
Verbreitung des Malinois:
USA
Diese
kaufen derzeit fleißig europäische Gebrauchshundemalinois
auf, anfangs Löwenfelshunde, dann belgische Deux
Pottois-hunde und jetzt v.A. franz.und holländische Tiere.
Das neben dem Schutzhundesport nun auch Mondioring und
französisch-Ring gearbeitet wird hat sicher mit der
zunehmenden Beliebheit des Malinois zu tun. Man muß jedoch
auch die Problematik sehen: die Kommerzialisierung des
Hundes,es werden hohe Preise für ausgebildete Spitzenhunde
bezahlt, so werden Finalisten aus Frankreich gekauft, was
früher unmöglich war. Bsp. Finaliste Eyra Calvaire Acacias
nach Deutschland und Ch. Travail campagne Duc Creux Thatcher
in die USA.
Skandinavien:
Bekannt
bei uns,mit viel deutscher Blutlinienführung: der Zwinger
Daeneskjoeld aus Danemark,in Schweden der Zwinger
Blackneck’s.
Die
Trennung in Schönheits-und Leistungszucht
Anfang
der Siebziger Jahre war die Trennung Arbeits-und
Schönheitshunde noch nicht so vollzogen wie heute. Qu’Rack
Bois Emblise Abbildung 77 aus belgischer Kennelzucht ist
noch Kennern von Arbeits- und Schönheitslinien bekannt.
Aber seither ist ein starker Bruch. In Berlin hatten wir ein
sehr interessanten Vortrag eines belgischen
Schönheitsrichter für BSH, der anläßlich der großen
CACIB Schau in Berlin richtete. Er erzählte viel vom Typ
und Ausdruck des Belgiers, kannte sich bestens in den
Malinoislinien aus, sprach viel vom berühmten Zwinger Assa
Abbildung 78. Aber er kannte und erwähnte die großen
Gebrauchshundevererber nicht, wie Sirol, Cartouche und G’Bibber
zum Beispiel. Diese Welten der Schönheits- und der
Gebrauchshundezucht sind im Moment getrennt und beide Seiten
haben kein großes Interesse miteinander in Kontakt zu
kommen. Die Schönheitszucht findet zur Zeit v.A. in Belgien
und Frankreich statt. Zwei Zwinger haben da vor allem
Einfluß, sie verfügten durch teilweise recht enge Inzucht
über einen sehr einheitlichen Typ. In Belgien: „du
Maugré“, ein Zwinger der aufgehört hat , aber dessen
Linien in vielen heutigen Zuchten zu treffen sind, wie z.B.
Hameau St. Blaise und in Frankreich mit großen Erfolg zur
Blutauffrischung von Mas des Lavandes-Hunden verwendet
wurde. Wichtig noch der Zwinger Terre Aimée Abbildung
79 mit 2 verschiedenen Linien eine Schönheitszucht von der
Frau Varlet und Arbeitshunde vom berühmten Herrn. Varlet,
der meineserachtens das beste Buch über belgische
Schäferhunde geschrieben hat.. Auch Skandinavien , England,
Italien haben Schönheitszuchten . Insgesamt ist aber in der
Welpenzahl im Vergleich zu den Arbeitshunden verschwindend
gering.
Zum
Abschluß: wie läßt sich der Siegeszug des Malinois
erklären:
Die
sehr unterschiedliche Arbeitsprüfungen im
Hauptverbreitungsgebiet liegen geographisch dicht
beieinander (KPVN-SchH-Belg Ring-Französisch Ring). Kein
Land hat zu starkes organisatorisches Übergewicht, wie bei
ähnlichem Verbreitungsgebiet der DSH hat.Dies ist schon
garnicht von den uneinigen Belgiern zu erwarten.d Dadurch
erfolgt in verschiedenen Ländern eine verschiedene
selektion auf einen verschiedednen Hundetyp. Vielseitig mit
Nasenarbeit und die entsetzlich akkurate Unterordnung -der
schutzhund-im gegensatz der knüppelharte KPNV -Hund der
starke stockschläge aushalten muß-
der
selbstbewußte , unbekannte konfliktsituationen
bewältigende belgische Ringhund und der
schnelle
spektakuläre französische Ringhund, nicht zu vergessen die
hohen Sprunganforerungen, bei den 2 letzten Disziplinen.
Ein
ungeheures genetisches Potential wird auf verschiedene
Eigenschaften ländermässig unterschiedlich
selektiert-beispielsweise auf festen Griff in
Deutschland-hohes Sprungvermögen-Frankreich, Belgien.
Mein
Plädoyer:Laßt uns diese Vielseitigkeit behalten, gerade
deshalb eignet sich der Malinois für so vieles, weil nicht
nur eine Art der Hundeausbildung als die einzige Wahrheit
gilt.
Heute
steht der Malinois einzigartig da, bei den meisten
Arbeitsveranstaltungen ist der Hund dabei, fast immer ist er
in den oberen Plätzen zu finden. Seit den Siebziger Jahren
erfolgte zuerst in Frankreich eine ungeheure Zunahme der
Wurfzahlen, später auch in anderen Ländern . Das zieht
Verantwortung mit sich, denn für jeden Malinoiswelpen muß
auch der richtige Besitzer gefunden werden und nicht zu
jedem paßt ein Malinois.
Quellenangabe:
-
Jean-Marie Vanbutsele : A hundred years of history of the
BSH
-
Jean-Marie Vanbutsele : About Snap a great Malinois
-
Jean-Marie Vanbutsele : Never any other breed
-
Jean-Marie Vanbutsele : The Malinois Tjop and Dewet
-
Georges Van Ceulebroeck: L’Histoire du Berger Belge
-
Von Stephanitz: Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild
-
Karl Hermann Finger : Hirten- und Hütehunde
-
André Varlet/ Philippe de Wailly: Les Bergers Belges
-
Erna Bossi: Der belgische Schäferhund und seine Geschichte
-
Mme Aubry: Le berger belge
-
Mme Aubry: le berger belge Tome 2
-
Yves Surget: Le chien du berger belge
-
Zeitschriften: sans laisse, clubnachrichten, der Malinois
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